DigiWertBau

 

Die Bauer Bauunternehmen GmbH ist seit November 2016 Konsortialführer im Projekt „Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau“. Das Konsortium besteht aus fünf Unternehmen der Bauwirtschaft, die Planungs- und Ausführungsbereiche abdecken. Die Unternehmen werden von zwei Thüringer Hochschulen (Bauhaus-Universität Weima und Fachhochschule Erfurt) akademisch begleitet.

Das Projekt, welches vom Freistaat Thüringen mit rund 200.000,00 Euro gefördert wird, hat das Ziel die digitale Anwendung des Building Information Modeling in Thüringer Bauunternehmen zu implementieren. Dabei sollen alle Lebenszyklusphasen von Hoch- und Tiefbauprojekten betrachtet werden. Weiterführend wird die Wertschöpfungstiefe einbezogen, indem auch Lieferanten oder Subunternehmer der im Konsortium beteiligten Unternehmen an die digitalen Modelle angeschlossen sind. Erkenntnisse soll dieses Projekt, mit einer Durchführungsdauer von knapp zwei Jahren, nicht nur hinsichtlich der Modellierungsfertigkeiten, sondern auch  mit Blick auf die Organisationsstruktur und –entwicklung der teilnehmenden Unternehmen liefern.

Allgemeine Beschreibung

Die Digitalisierung unternehmerischer Prozesse im Bauwesen in Thüringen soll gestärkt werden, indem an zwei konkreten Beispielprojekten des Hoch- und des Tiefbaus exemplarisch die gemeinschaftliche Arbeitsweise und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit von den anden Bauprojekten beteiligten Gewerken und Stakeholdern aufgezeigt wird. Dieses Vorgehen führt unter anderem zu einer Fehlerreduktion während der Ausführungsphase. Dies begründet sich vor allem auf transparenten Kostenermittlungen und zutreffenderen Mengenermittlungen, die, gegenüber konventionellen Prozessen, eine höhere Genauigkeit in der Kalkulation bauausführender Unternehmen zulassen. Diesem Vorteil kommt sowohl bei den planenden und ausführenden Unternehmen als auch bei den Investoren eine besondere Beachtung zu.

Dabei ist ein Zugriff auf den zentralen Datenpool eines Bauwerkes bestehend aus:

  • Daten zu Geometriedaten
  • Produktdaten der Bauteile,
  • Termindaten zum Ablauf,
  • wirtschaftliche Daten zum Leistungsumfang,
  • Stand des Zielerreichungsgrades und
  • der Kostenauslastung in der Bauausführung,

 

für alle am Bau beteiligten Unternehmen jederzeit möglich. Daraus ergibt sich eine belastbarere Prognose der Bauzeitenplanung durch die Verknüpfung sich aktualisierender Bauablaufpläne mit den einzelnen Bauteilen des Modells, ein verbessertes Niveau der Qualitätskontrolle der Vorfertigung auf der Baustelle sowie ein verlässliches Lebenszyklusmanagement von Bauwerken. Dadurch wird auch das Schaffen neuartiger Geschäfts- und Kooperationsmodelle zwischen allenbeteiligten Partnern, Stakeholdern und Gewerken,rund um das Bauen erforderlich. Zwei wesentliche Aspekte des beantragten Projektes sind auch die Erschaffung und das Verfügbar machen eines Gebäudedatenrepository aller fachspezifischen Teilmodelle der Bauwerksentstehung. Ein solches Modell kann nicht nur zu Bewirtschaftungszwecken des Gebäudes an den Nutzer übergeben werden, sondern dokumentiert die sich durch das Modellprojekt ergebende Qualifikation von Ansprechpartnern für Digitalisierung im Bauwesen in Thüringen.. So können Thüringer Bauunternehmen an den europäischen- und weltweiten digitalen Fortschritt angeschlossen werden, um Planung und Ausführung konsistenter werden zu lassen. Weiterhin kann die innerdeutsche Wettbewerbsfähigkeit der Thüringer Bauwirtschaft durch optimierte innerbetriebliche Prozessabläufe gesteigert werden.

 

Potential für die Thüringer Bauwirtschaft

Das unternehmensübergreifende und interdisziplinäre, gemeinsame Arbeiten an einem Modellsatz zwischen Fachplanern und Baugewerken in Thüringen resultiert in

  • einer vereinfachten Arbeitsvorbereitung für die mittelständisch geprägte Bauwirtschaft Thüringens mit zahlreichen Einzelvergaben von Teilleistungen
  • sukzessive Sensibilisierung der beteiligten Mitarbeiter für die BIM-Arbeitsmethode ,eine fortlaufende Qualifizierung der Mitarbeiter während der Projektlaufzeit sowie
  • einer Optimierung der Aufbau- und Ablauforganisation der beteiligten Thüringer Unternehmen, und dadurch letztlich
  • in einer Einsparung von Bauzeit und Kostenkontrolle.

Dies alles ist vordergründig erreichbar durch eine:

  • sinkende Fehlerrate durch automatische Mengenanpassung,
  • Aktualisierung der Gesamtkalkulation selbst bei kleinsten Veränderungen am Modell durch einen der Beteiligten sowie
  • vereinfachte Kommunikation zwischen den einzelnen Gewerken und Planern durch die wenig aufwendige Aktualisierung am Bauprojekt hervorrufen.

Eine sich ergebende Bauzeiten- und Qualitätssicherung kann entscheidende Wettbewerbsvorteile der Thüringer Bauwirtschaft fördern. Die Vernetzung der Unternehmen kann weiterführend gegenseitige Lerneffekte in der digitalen Anwendung sowie eine kooperative, landesweite Wertschöpfung erzielen. Eine nachhaltige Produktivitätssteigerung ist mit der einhergehenden digitalen Qualifizierung der bestehenden Mitarbeiter und deren Bindung an die Unternehmen ebenso zu erwarten.

In Kürze werden wird an dieser Stelle auf weiterführende Informationen verlinkt.